Bonnie „Prince“ Billy

Dienstag, 11.08.2026 | 20:00 Uhr
Großer Sendesaal des rbb
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Ganz sicher: Die Welt, in der wir leben, wandelt sich wie selten zuvor.
Kriege, Klimakatastrophe, Hass allerorten. Die Welt, in die wir hineingeboren wurden, verschwindet. Sie wird durch menschliches Handeln umgestaltet und entblößt. Was bleibt, ist die Frage, wie wir in diesem Desaster, das da Gegenwart heißt, sinnvoll weiterleben können. Wie wir unser Menschsein definieren wollen. Wie können wir widerstehen, ohne aufzugeben?

Bonnie ‚Prince‘ Billy, einer der größten Singer/Songwriter unserer Zeit, gibt mit seinem neuem Album „We Are Together Again“ – laut Maik Brüggemeyer „sein bestes Album der (mindestens) letzten zwanzig Jahre“ – eine kämpferische Antwort: Es ist der Gemeinsinn, es sind Freundschaft, Gemeinschaft und die Freude, gemeinsam mit anderen Kunst zu schaffen, die zu einem Mittel der Beharrlichkeit werden. Community rules!

Das soll nicht heißen, dass Will Oldham den Zusammenbruch leugnen würde. „The human times have come and gone / We must accept our rule is done“, singt Bonnie ‚Prince‘ Billy in düsterer Klarheit in seinem Song „Life Is Scary Horses“. Aber darauf folgt ein Hoffnungsanker: Es wurde Liebe gesät, und diese Liebe wird weiterleben: „Komm zu mir, lass mich noch einmal deine Augen sehen, bevor der Winter wiederkommt.“ Und der Song wechselt an dieser Stelle von Moll zu Dur, so kunstvoll wie in Schuberts „Gute Nacht“ aus der „Winterreise“.
Anmut und Schönheit.

Denn wann immer alles düster ist und nicht mehr weiterzugehen scheint, haben wir alle doch einen „Friend Named Joe“, der uns Trost anbieten kann:
“And when it feels like life is just a series of delusions, Joe can show that, even though it all feels like illusion, it’s real; and yesterday bears no resemblance to tomorrow. You fly towards death so full of life and love and joy and sorrow.”

Wir fliegen zwar dem Tod entgegen, aber eben voller Leben und Liebe und Freude und Trauer – alles gleichzeitig. Das Mysterium des Lebens.
Den Rahmen des neuen Albums setzen zwei Löwen-Lieder: „Why Is The Lion“ zu Beginn und „Bride of the Lion“ am Ende. Anrufung der Hoffnung und eine Melodie, die die Welt reinigen und retten kann, die den Schmutz aus dem Licht schrubbt, “scouring the filth from the light.” Es geht nicht um Menschen, die vergebens versuchen, etwas zu reparieren, sondern um jene, die das Licht lange genug klar halten, um sich darin gegenseitig zu erkennen.

Das Gefühl, nein, das (Selbst-)Bewusstsein von „Community“ zieht sich nicht nur durch das gesamte Album „We Are Together Again“, sondern bestimmt auch die im August 2026 zu erwartenden Konzerte von Bonnie ‚Prince‘ Billy – diesmal nämlich mit Band, wohl zu sechst auf der Bühne. Es geht dem Künstler um Togetherness. Um eine gelebte Gemeinschaft: „The communication of music in emotion, release and catharsis, to edify, to entertain.“

„EinStrahleninderDunkelheit.“ (ChristianRiethmüller,„FAZ“)

„Es ist die Angst, die uns in dieser Zeit alle im Griff hat, über die Will Oldham zu Beginn des neuen Bonnie-‚Prince‘-Billy-Albums singt (…) Ein Album, das musikalisch an Großwerke wie ‚Master And Everyone‘ (2003) und ‚The Letting Go‘ (2006) erinnert und ebenso wie diese dem Unausweichlichen ins Auge sieht.

Der Trost liegt allein in den wohligen Klängen, die diese dunklen Poeme begleiten, der Stimme von Freakwaters Catherine Irwin, den Arrangements von Filmkomponist Ryder McNair, der Klarinette und dem Akkordeon von Thomas Deakin. (…)

Der Mensch ist am Ende, doch die Liebe geht weiter. Die leise Hoffnung liegt in den Augen der Tochter und in der einenden Kraft der Musik. Es sind dunkle Zeiten, aber Will Oldham hat ihnen sein bestes Album der (mindestens) letzten zwanzig Jahre abgerungen.“ Maik Brüggemeyer, „Rolling Stone“ (4 1⁄2 Sterne)

„Die Americana des großen Singer/Songwriters ist mal wieder zum Weinen schön. Oldham fasst immer wieder neu ins Herz. Niemand feiert so bewegend Familienleben und Freundschaft, und niemand singt so lakonisch und zugleich herzergreifend von Depressionen, davon, wie es ist, ‚die Tage in Dunkelheit und die Nächte als Freund der Angst zu verbringen‘, aber wenn man Glück hat, gibt es einen Joe, der einem sagt, dass man okay ist. (…) Die große, großartige Kunst von Will Oldham ist es, die Hoffnung nicht bloß schal klingen zu lassen.“
Thomas Winkler, „Musikexpress“ (6 Sterne)

„Trotz existenzieller Themen vermittelt Bonnie ‚Prince‘ Billy jenes Gefühl der Zuversicht und Geborgenheit, das bereits im Titel des Albums anklingt. Mit diesem beinahe trotzigen musikalischen Echo auf das besungene Elend der Welt ist Oldham ein Highlight seiner späten Diskografie gelungen.“ (Visions)

Präsentiert von:
radioeins

Termin:
Dienstag, 11.08.2026 – 20:00 Uhr

Preise:
1. Kategorie: 50,00€
2. Kategorie: 45,00€
3. Kategorie: 35,00€
Alle Preise verstehen sich zzgl. CTS- und Vorverkaufsgebühr.

Veranstaltungsort:
Großer Sendesaal des rbb
Masurenallee 8-14
14057 Berlin

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eMail: tickets@papagena.de
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